Archiv für Juli 2008

Lyrics of Greenwich

Gestern Abend hervorragende Dylan-Doku geguckt. Dabei gefunden:

f*cking genius !

Clash of konstruierte Identitäten

Etwas verspätet: Zum Skandälchen der letztwöchigen jungle world halte ich folgenden Auszug aus dem Aufruf zu den Gegenaktivitäten gegen den „Anti-Islam-Kongress“ in Köln für angebracht:

Soziale Konflikte werden als »Kampf der Kulturen« gedeutet. Im Namen einer »multikulturellen Gesellschaft« wird eine staatliche »Fremdkulturalisierung«, wie im jüngsten Beispiel Schäubles Islamkonferenz zu sehen, vorangetrieben. Gleichzeitig zeichnet sich eine stärker werdende Eigenkulturalisierung in migrantischen Gemeinschaften ab. Innerhalb dieser Gemeinschaften ist der vorherrschende Trend der Identitätspolitiken weit weg von einem emanzipatorischen Anspruch im Sinne einer sozialen und rechtlichen Gleichstellung.

Stattdessen sind vermehrt rückschrittliche Autarkievorstellungen zu beobachten, die einen Rückfall hinter das bürgerliche Recht darstellen. Auch bei der »Islam-Debatte« ist der kulturalistische Rassismus die häufigste Folie für die Auseinandersetzung mit dem „Islam“. Die muslimische Bevölkerung wird nicht als durch die gesellschaftlichen Verhältnisse geprägte Subjekte anerkannt, sondern trotz unterschiedlichster Migrationshintergründe, religiöser Zugehörigkeit (Schiit, Sunnit, Alevit, usw.), usw. als »die Moslems« konstruiert. [….]

Im Vergleich dazu konstruiert die neue Form des antimuslimischen Vorurteils gerade »das Fremde« als den Gegensatz zur bürgerlichen Gesellschaft. Der »Islam« gilt als das zu »Integrierende«, ja sonst womöglich »Terroristische«, gegen dass das Selbst in Form des »Westens« und seiner »Errungenschaften« in Stellung gebracht wird. So bieten jene Ressentiments selbst liberalen Kreisen Anknüpfungspunkte für eine offensive Forderung nach Ungleichbehandlung und Aberkennung bürgerlicher Rechte bei Muslimen. (Aufruf)

und zwar sowohl hierfür, wo eine „sorgfältige Sprache“ offensichtlich mehr als Mittel, als als Zweck verstanden wurde (weil: man darf ja nicht…. usw.), als auch hierfür (wo das eigene konstruierte Bild dem konstruierten Feindbild vorrauszugehen scheint?) , hierfür sowieso aber ganz sicher nicht zwangsläufig hierfür.

Erinnert mich alles übrigens an die Diskussion um dieses Video.