Archiv für August 2008

Ja sehr schön, Huber

Schon lange ein Favorit, hat sich Erwin Huber nun endgültig in den Rang Leas Lieblingspolitikers katapultiert. Nicht nur aufgrund seines seriösen und gediegenen Auftretens, sondern auch durch seine ausgefeilten rhetorischen Fähigkeiten und nicht zuletzt durch seine deutliche und nüchterne Sprechart ist der CSU-Chef zum absoluten Politprofi mit Kanzlerabitionen avanciert.
Der mit allen Wassern gewaschene Staatsmann brillierte nun mit einer deutlichen Kampfansage an Die Linke:

„Wenn es sein muss, dann führen wir einen politischen Kreuzzug gegen die Partei von Oskar Lafontaine“

„Es gibt den Kalten Krieg nicht mehr, das stimmt, aber es gibt genügend Leute, die den Gedanken vom Kommunismus weiterträumen. Gegen diese Verführer werden wir angehen.“
(sueddeutsche)

Seine Titulierung der Linken als „Verführer“ erscheint angesichts diverser CSU-WahlkämpferInnen, die vor Altersheimen Leberkässemmeln verteilen und Jugendliche mit Bussen der Jungen Union wahlweise zu Wein- oder Starkbierfesten eines jeden bayerischen Kuhdorfs karren, natürlich absolut glaubwürdig. Aber bitteschön Herr Huber, hören sie doch auf Die Linke in die kommunistische Ecke zu stellen. Ansonsten haben sie natürlich recht:

Nicht nur vom Communismus träumen,
…..machen!

Friedliche kranke alte Männer

Die kann man doch nicht einfach aus ihrer wohlverdienten Pension in ein Gerichtsverfahren, geschweige denn in den Knast zerren, so die deutsch-österreichische Grundhaltung zu NS-Kriegsverbrechern. Da wäre das Beispiel Milivoj Ašner, der zur EM 2008 beim Flanieren auf der Klagenfurther Fanmeile von der „Sun“ interviewt wurde. Ašner, der während des 2. Weltkrieges als Polizeichef in Požega (Kroatien) Befehle zu ethnischen Säuberungen unterschrieb, wisse nichts von den Vorwürfen. Er habe lediglich für „Ordnung und Gerechtigkeit“ gesorgt. Ebenso ist er sich sich in einem Telefoninterview mit der Suedeutschen sicher:

„Das Ustascha-Regime hat niemanden verfolgt.“

Die Gelegenheit, dies vor einem kroatischen Gericht zu vertreten, bleibt Ašner seit Jahren durch ein Demenz-Attest „verwährt“. Und natürlich musste auch Jörg Haider (bekannt aus Film, Fernsehen und solchen Sachen hier) seinen Senf dazu geben und sprach sich gegen eine Auslieferung des Mannes aus, der seit Jahren „friedlich in Klagenfurth“ lebe. Auch der zuständige Richter am Landesgericht in Klagenfurt sieht keine Veranlassung für ein Verfahren, immerhin ist

Österreich nicht Guantanamo, sondern ein Rechtsstaat.

was wohl soviel heißen dürfte wie: Solange er nicht in Klagenfurt mit ethnischen Säuberungen, gegen JüdInnen, Sinti und Roma oder Serben auffällt, sind der Justiz die Händer gebunden?
Andererseits ist das öffentliche Interesse in Kroatien an einem Prozess gegen Ašner ebenso zweifelhaft, sah sich doch das Simon Wiesenthal Center vor kurzem erst veranlasst, den kroatischen Präsidenten Mesic zu einer klaren Verurteilung des feierlichen Begräbnis von Dinko Sakic, ebenfalls bedeutender Handlanger des Ustascha Regimes zu drängen.
Positiveres vermeldet das SWC bezüglich der Suche nach Dr. Aribert Heim, die Nr. 1 der Liste der untergetauchten NS-TäterInnen. Es gibt Anhaltspunkte für eine genauere Bestimmung seines Aufenthaltsorts in Chile. Der KZ-Arzt, der bis 1957 in Baden-Baden praktizierte und 1962 nach Südamerika floh soll bereits in den 90ern verstorben sein, ein Totenschein, geschweigedenn eine Sterbeurkunde wurden jedoch nie gefunden.
Im Februar wurde der SS-Lageraufseher Michael Seifert von Kanada an Italien ausgeliefert. Dort wurde bereits eine erhebliche Anzahl an Verantwortlichen für Massaker im 2.WK rechtskräftig verurteilt, darunter auch der in Bayern ansässige Josef Scheungraber, der sich regelmäßig bei der „Selbsthilfegruppe für deutsche Kriegsverbrecher“, dem Pfingsttreff der Gebirgsjäger in Mittenwald blicken lässt und gegen den mittlerweile auch Anklage in Deutschland erhoben wurde. Weitere friedliche, alte Männer, die sich nie etwas haben zu schulden kommen lassen oder jung und verführt waren, sind hier dokumentiert.

Kein Tag ohne ….

Lea freut sich gerade sehr. Deswegen ist es auch egal, wenn nun lediglich ein stupider Verlinkungs-Beitrag folgt, einer also von denen, den Zeilenzwischentraumzeichenfeenlandschaftsraum völlig zurecht kritisieren dürfte. Aber wie gesagt, überschwengliche Freude rechtfertigt diesen Link, zu dem es sonst erstmal nichts zu sagen gibt. Das wars dann auch schon.