Archiv für November 2008

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Leise kriselt der Schnee. Aus gegebenem Anlass veranstaltet der Diskus eine Podiumsdiskussion zu Finanzkrise, politischer Regulation & interventionistischer Praxis. Mit dabei: John Kannankulam (linksnetz), Karl Reiter (grundrisse) und Thomas Sablowski (prokla).

am 02.12.2008, 20 Uhr im IvI

Understatement wahren


geklaut bei

Die Krise an die Uni tragen!

Unter diesem netten Motto wurde gestern nach der Vollversammlung von FH und Goethe-Uni das Prestigeobjekt des neuen IG-Farben Campus für eine Weile besetzt. Das „House of Finance“, das z.T. durch Unternehmen wie der Deutschen Bank gesponsert wurde ist das neue Aushängeschild der Stiftungsuni in Frankfurt und versinnbildlicht das Ideal der Elite-Uni, die Exzellenz-Forschung fern von Lehre und normalem Uni-Betrieb, in einem abgeschlossenen Elfenbeinturm ermöglicht, um in den internationalen Wettbewerb treten zu können. Zu diesem Zweck ist das „House of Finance“ mit allerlei Sicherheitsmechanismen ausgestattet, die den Zugang kontrollieren sollen und auch für andere Fachbereiche auf dem neuen Campus Modell stehen könnten.
Die kurzweilige Besetzung führte zu zahlreichen Verschönerungen der überaus noblen Innenausstattung, einer zerstörten Kamera und zur Umbenennung in „Karl Marx Haus“. Im Anschluss startete eine Spontandemo, die -zum zweiten Mal an diesem Tag- den Mensaklau organisierte, so dass zumindest einige mit Wegzehrung versorgt werden konnten, um den kalten Stadtspaziergang zurück nach Bockenheim gut zu überstehen. Die Polizei hielt sich zurück, es gab wohl keine Festnahmen.
Die Rundschau schreibt in einem unsäglichen Artikel (+Video):

Am frühen Mittwochabend herrscht im House of Finance noch reger Betrieb. Studierende, nicht nur Wirtschaftswissenschaftler, kratzen Aufkleber von den Wänden, die die Demonstranten dort nachmittags angebracht hatten. Sie hätten versucht, ihre Kommilitonen zurückzuhalten, erklärt einer: „Aber die waren nicht zu bremsen.“

Es ist ernüchternd, dass sich das Gros der Studierenden offenbar mit den herrschaftlichen Monumentalbauten des neu entstehenden Campus, mit seinen Sicherheitsstrukturen, seiner Abgrenzung nach außen, mit seinen geschleckten Marmorflächen und edler Ausstattung identifiziert. Um so notwendiger erscheinen Aktionen, die durch symbolische und praktische Aneigung die Uni als politisches Feld sichtbar machen und selbstverwaltete Bildung gegen die zentral regulierte Wertschöpfungs-Uni organisieren.

Squat your Campus!
Die Krise an die Uni tragen!

US-Revolution

Es gibt ja nicht zuletzt in „linken Kreisen“ Unverbesserliche, die mit der Wahl Obamas eine tatsächliche Umwälzung der gesellschaftlichen Verhältnisse und eine tiefgreifende Veränderung der US-Außen-und Innenpolitik verbinden.
Aus deren Sicht stellt der gestrige Wahlabend wohl tatsächlich so etwas, wie eine kleine Revolution dar. So sehr diese Sicht völliger Blödsinn ist, so falsch wäre es, das wahre Highlight der US-Wahlnacht unerwähnt zu lassen, das zumindest aus technologischer Perspektive einer kleinen Revolution gleich kommt. CNN hatte sich ein besonderes Schmankerl ausgedacht und überraschte das Publikum mit der Reporterin Jessica Yellin, die eigentlich in Chicago stand, aber ebenso im Wahl-Studio anwesend war:

Holografie im TV. Respect! CNN gibt sich wenigstens noch Mühe, den ZuschauerInnen etwas zu bieten, während man im tristen old old europe auf unfreiwillige Komik im Hintergrund oder besoffene Kanzler hoffen muss, um ein wenig unterhalten zu werden, auch wenn letzteres für einige langweilige Jahre entschädigt hat.

Eine kleine Nachtmusik

Hier die Nachtbetrachtung der diesjährigen NTD in Frankfurt:


Nachttanzdemo Ffm `08 – Die Verhältnisse zum tanzen bringen from Reclaim Your World on Vimeo.

Das is ja gar nich..

echt. Genau. Aber ganz so einfach isses dann doch wieder nicht. Liza lüftete heute das Geheimnis um den Entwurf der der Bundestagsfraktionen zu Antisemitismus: es handelt sich, wie von einigen BlogerInnen bereits angenommen, um eine Fälschung. Aber Liza hat völlig recht: Was heißt da Fake?