Geometrie

Spiegel online:

Teheran – Irans Außenminister erklärte nach Angaben des Staatsfernsehens Irib, es gebe Anzeichen dafür, dass Israel und USA mit dem Mord an dem Atomwissenschaftler Massud Ali-Mohammadi in Teheran zu tun haben. Bei der ersten Untersuchung des Anschlags habe man Anzeichen dafür gefunden, dass das „Dreieck der Boshaftigkeit – das zionistische Regime, Amerika und ihre angeheuerten Agenten“ – hinter dem Terror-Akt stehen, so nach Angaben des Fernsehens ein Sprecher des iranischen Außenministers.

Nach der „Achse des Bösen“ gibt es jetzt also auch das „Dreieck der Boshaftigkeit“. Belässt es der Spiegel noch bei der zweifelhaften Übernahme antisemitischen Vokabulars des iranischen Außenministeriums, ist die Frankfurter Rundschau einen Schritt weiter:

Das Regime behauptet, der Aufstand sei vom Ausland geschürt. Fraglos haben gewisse Dienste aus den USA, Israel und anderen Ländern die Finger im Teig, und gewiss sind US-Sender eine wichtige Informationsquelle, die eben das mitteilt, was die Regime-Medien verschweigen. Doch die Wurzeln der Opposition sind iranisch……(FR, 27.12)

Aha. Gut, dass die FR weiß, wer da so alles „seine Finger im Teig“ hat. Quellen, Belege, geschweige denn Gründe sind unnötig; so was kann man ja auch einfach mal reinschreiben, tut dem eigenen Bauch und dem der Leser_innen gut.
Womit muss man als nächstes rechnen? Mit einem Zusammenschluss des Spiegels, der FR, Taz und junge Welt zum „Quadrat der Niederträchtigkeit“, zum „Viereck des Qualitätsjournalismus“ oder zum „Trapez des Antizionismus“?