Janion schreibt: »Im Laufe der letzten zweihundert Jahre der Herrschaft der Romantik wurde Polen als Frau dargestellt, als Allegorie, Symbol und Mythos. Der Körper des Vaterlandes war zumeist ein leidender, gequälter, unglücklicher Körper angekettet, gefoltert, erniedrigt, ja sogar gekreuzigt. Er starb vor unseren Augen, man wusste jedoch, dass er wiederauferstehen würde«. […] Der Sexismus und der Unwille gegenüber jedwedem Gespräch über die Gleichberechtigung erleichtern es in Polen, die Reihen zu schließen, sich glänzend zu amüsieren, die Zugehörigkeit zur Herde zu demonstrieren und sich auf eine billige Art und Weise als guter Patriot, Katholik und Pole zu zeigen. […] Die Einstellung gegenüber Gleichberechtigung in Polen ist keine Ansammlung von Meinungen oder Thesen, die man extra verteidigen muss. Sie ist eher die vorherrschende Denkweise, die sich ihrer Gültigkeit selbst versichert, indem sie allem, was anders ist, ihre Verachtung zeigt. Sie ist so allgegenwärtig, dass sie durchsichtig scheint wie Luft.