Archiv der Kategorie 'Ganz große Show'

Zwei ganz besondere Freunde und Helfer

Die verzweifelt sympathischen Streifenpolizisten aus der TV-Doku-Soap „Toto und Harry“ (hier zu sehen beim Fall der toten Ente) wurden Opfer eines miesen Anschlags. Während Thomas Weinkauf und Torsten Heim an der Uni Bochum einen Gastvortrag in einer Vorlesung über Polizei- und Ordnungsrecht hielten, in dem sie über „die alltägliche Kluft zwischen geltender Rechtslage und praktischer Polizeiarbeit im Streifendienst“ referierten, wurde draußen ihr Streifenwagen demoliert:

Auf dem Parkplatz der Universität attackierten drei Vermummte den Streifenwagen der Polizisten. Zwei Männer und ein Frau zerschlugen mit Steinen die Heckscheibe und ein Seitenfenster des VW-Busses und warfen mit Farbe gefüllte Marmeladengläser in den Wagen, so die Bochumer Polizei
Tja, so schnell kanns gehen. Wer glaubt, in einem Hörsaal mit Dienstwaffe auftauchen zu müssen und dann auch noch von der legitimen Anwendung des Hausrechts bei den Räumungen der besetzten Hörsäle spricht, muss sich eigentlich nicht wundern. Nach eingehender Analyse des Tathergangs ist für Toto der Fall ganz klar:
„Die haben nicht alle Latten am Zaun“, sagt Streifenpolizist Toto.
Hoffentlich lassen sich die beiden Volkspolizisten ihre Gelassenheit im Umgang mit der „Kluft zwischen geltender Rechtslage und praktischer Polizeiarbeit“ nicht von solch verrückten Chaoten nehmen.


(via)

In der Kürze….

Der Kampf für den Sozialstaat ist die Suppe, die Verteidigung der nationalen Souveränität der Pfeffer, der sie schmackhaft macht. Die richtige Dosierung zu finden, ist eine knifflige Sache in Deutschland – man darf das Ganze natürlich nicht verwürzen.

Elsässer kocht ohne Salz.

Randnotiz aus Mayence

Vor einiger Zeit fand in Frankfurt eine Veranstaltung mit dem Titel „Wie deutsch ist der DGB?“ statt. Als hätte sich die Antwort nicht schon hundertemale bestätigt, konnte man sich beim Bratwurst-Grillen gegen Nazis im Hinterhof des DGB-Hauses in Moguntiacum am 1. Mai nochmals versichern, wie groß das D im DGB geschrieben wird. Nach der Nachricht, dass die Nazis am heutigen Tag wohl nicht mehr laufen würden setzte, als der Jubel der Anwesenden abgeebbt war, die Jugendband auf der Bühne mit einer von Glockenspiel eingeleiteten Jazzversion der deutschen Nationalhymne ein.

Die Mucker, die sich in pathetisch-sadistischen Briefen an die Sendegesellschaften über das Verjazzen heiliger Güter beklagen, und die schäumende Jugend, die an solchen Exhibitionen ihre Freude hat, sind eines Sinnes. Es bedarf nur der geeigneten politischen Situation, um sie zur Einheitsfront zusammenzuschweißen: jene verüben platonische Reinigungsaktionen, diese starten ihre Volks- und Jugendmusik. Verbrennen werden sie dasselbe. (Adorno, Über den Fetischcharakter in der Musik und die Regression des Hörens)

Selten…

so gelacht.
Weiteres zum Thema Nazis und Fast Food: hier