Tag-Archiv für 'gegen-das-schweigen'

„Plötzlich versteht man die ganzen Hamburger und Berliner “Köpi/Rigaer/Flora bleibt”-Trottel ein bisschen.“

Mitte Januar traten in der Münchner Bayernkaseren 60 Jugendliche in einen 8-13tägigen Hungerstreik. Wie es in sogenannten „Flüchtlingsunterkünften“ aussieht, beschreibt u.a. der 18jährige Eternal aus dem Iran:

…then they sent me to a place that they call it (Lager or Camp). Jeah I went there. In the street that I was near to that place, you can smell all kind of terrible smells. So I went inside that place, when I saw the situation inside of that place for a moment I felt that I missed all my wishes. Also there was no way to deport myself to Iran. I forced to keep continue my life at that place. We were 10 guys in a 12 meter room. We leave together. One day one of the guys told me you must stand in the Queue get your food. I was so shame of standing on that qiue to get my food. The package food, you can take it them two times a week, you don’t have chance to choose your food they choosed it by them self for you. That food wasnt enough for a week that was for 3 or 4 days. The Goodman’s told the guys you hire maximum about 3 month and then you get transfer to a great place.

Am 29. Januar 2012 hat sich nun Mohammad Rahsepar in der Würzburger Flüchtlingsunterkunft erhängt. Auch er ist aus dem Iran geflohen. In Erinnerung an ihn findet am 13. Februar eine Demonstration in Würzburg statt.

Janion schreibt: »Im Laufe der letzten zweihundert Jahre der Herrschaft der Romantik wurde Polen als Frau dargestellt, als Allegorie, Symbol und Mythos. Der Körper des Vaterlandes war zumeist ein leidender, gequälter, unglücklicher Körper angekettet, gefoltert, erniedrigt, ja sogar gekreuzigt. Er starb vor unseren Augen, man wusste jedoch, dass er wiederauferstehen würde«. […] Der Sexismus und der Unwille gegenüber jedwedem Gespräch über die Gleichberechtigung erleichtern es in Polen, die Reihen zu schließen, sich glänzend zu amüsieren, die Zugehörigkeit zur Herde zu demonstrieren und sich auf eine billige Art und Weise als guter Patriot, Katholik und Pole zu zeigen. […] Die Einstellung gegenüber Gleichberechtigung in Polen ist keine Ansammlung von Meinungen oder Thesen, die man extra verteidigen muss. Sie ist eher die vorherrschende Denkweise, die sich ihrer Gültigkeit selbst versichert, indem sie allem, was anders ist, ihre Verachtung zeigt. Sie ist so allgegenwärtig, dass sie durchsichtig scheint wie Luft.

Die Szene verlangt Gehorsam, ohne dafür auch nur Schutz bieten zu können; und das alleine unterscheidet sie von einer Mafia. Die Szene ist der Triumf der diskreten Hierarchie unter dem Deckmantel der Freundschaft, die Szene ist das Produktionsverhältnis der Lethargie und der Langeweile. Wer etwas sinnvolles tun will, sollte Massregeln treffen, dass nie eine Szene sich um seine Gedanken schlingt. Nichts schlimmer, als wenn eine radikale, integre und kritische Tendenz zu einer Szene sich verschlechtert. Sie wird verkommen. Die Szene ist nicht zu retten. Sie muss aufhören.

…sei an dieser Stelle die Auseinandersetzung zwischen der AG Gesellschaftskritik und den Steigenen Fluten empfohlen:
- Zeitschrift der AGGK
- Kritik von „Markus Winterfeld“
- Antwort der AGGK