Tag-Archiv für 'wahlkrampf'

Wahlqual

Einem unendlich langweiligen Wahlkampf folgte ein noch langweiligerer Wahlabend. Bevor hier aber gar nichts zur Wahl erscheint, einige Kuriositäten der vergangenen Tage und Wochen:

- Die MLPD setzte auf den unaufhaltsamen Fortschritt der Produktivkräfte in der Kommunikationstechnologie und warb auf ihren Plakaten für die MLPD-Hotline (0209/9519432)

- Eine andere Kommunikationstechnologie sorgte für nette Flashmob-Aktionen in Hamburg und in Wuppertal: Und alle so: yeah!“

- Ein Direktkandidat der CSU bewarb sich für den absurdesten Wahlwerbespot 2009: Whuuuuuhh!

- Die Republikaner bewarben sich für den schlechtesten Wahlwerbespot 2009: „Politik ist nicht lustig“

- Und Guido Westerwelle bewirbt sich als Außenminister: „Es ist Deutschland hier.“

Und weiterhin gilt: Partizipieren, partizipieren!! …..und natürlich: don‘t eat from the Candytree!

Spannend…

wird das nicht. Die neuerliche Wahl in Hessen scheint zugunsten von Schwarz/Gelb entschieden zu sein. Trotzdem soll hier eine kleine Dokumentation des Wahlkampfes präsentiert werden. Die allgemeine Stimmung der Parteien zeichnet sich in deren Plakaten ab:

Während Grüne und FDP auf ihre inhaltlichen Steckenpferdchen setzen,

gräbt die CDU der SPD weiter das Wasser ab:

Diese hingegen ist einfach nur verzweifelt:

Und die LINKE spinnt fröhlich vor sich hin:

Vielleicht vermag es ja der neue germanische Hexenmeister der hessischen Linkspartei , die verhasste Casino-Skyline einfach wegzuzaubern.

Nachtrag: Die amüsante Wahlwerbung der antisemitischen Politsekte BÜSO
soll an dieser Stelle nicht unterschlagen werden:

Ja sehr schön, Huber

Schon lange ein Favorit, hat sich Erwin Huber nun endgültig in den Rang Leas Lieblingspolitikers katapultiert. Nicht nur aufgrund seines seriösen und gediegenen Auftretens, sondern auch durch seine ausgefeilten rhetorischen Fähigkeiten und nicht zuletzt durch seine deutliche und nüchterne Sprechart ist der CSU-Chef zum absoluten Politprofi mit Kanzlerabitionen avanciert.
Der mit allen Wassern gewaschene Staatsmann brillierte nun mit einer deutlichen Kampfansage an Die Linke:

„Wenn es sein muss, dann führen wir einen politischen Kreuzzug gegen die Partei von Oskar Lafontaine“

„Es gibt den Kalten Krieg nicht mehr, das stimmt, aber es gibt genügend Leute, die den Gedanken vom Kommunismus weiterträumen. Gegen diese Verführer werden wir angehen.“
(sueddeutsche)

Seine Titulierung der Linken als „Verführer“ erscheint angesichts diverser CSU-WahlkämpferInnen, die vor Altersheimen Leberkässemmeln verteilen und Jugendliche mit Bussen der Jungen Union wahlweise zu Wein- oder Starkbierfesten eines jeden bayerischen Kuhdorfs karren, natürlich absolut glaubwürdig. Aber bitteschön Herr Huber, hören sie doch auf Die Linke in die kommunistische Ecke zu stellen. Ansonsten haben sie natürlich recht:

Nicht nur vom Communismus träumen,
…..machen!